Posted On 4. Oktober 2015 By In gedacht, ungefiltert And 1126 Views

Letzte Zuflucht

| Lesezeit: 13 Minuten | Veröffentlichung: Der Frankfurter literarische Lustgarten 2011 |

Letzte Zuflucht

Trümmer ragen wie Leichenteile aus einem eilig ausgehobenen Grab empor. Die untergehende Sonne schimmert in den Resten einer der größten Städte des vergangenen Deutschlands. Ich kann mich nicht mehr erinnern, wann genau es begann, es muss vor Monaten gewesen sein. Die Menschen in Deutschland begannen, einer neuen Macht zu vertrauen, sie glaubten den leeren Worten eines Einzelnen. Die Gefahr breitete sich rasch aus. Geheimnisvoll, leise, unmerklich drängte sie sich in das Bewusstsein der Deutschen. Ein Traum, der ihnen Arbeit und ein besseres Leben versprach. Tausende bejubelten ihn bei seinen Reden, Zehntausende verbreiteten seine Worte, dunkle Nebel verschleierten die Sicht der Menschen. Es dauerte nicht lange, bis sich eine brütende Vorahnung schrecklicher Gefahr, eine sich fortwährend ausbreitende, allumfassende Bedrohung, wie man sie sich nur in den schrecklichsten Nachtphantasien vorstellen kann, zu der Euphorie gesellte. Ich kann mich erinnern, dass die Menschen mit bleichen und bekümmerten Gesichtern einhergingen. Sie trafen sich heimlich, flüsterten sich Warnungen zu, die niemand zu wiederholen vermochte. Ein Gefühl ungeheurer Schuld lag über dem Land. Zu spät merkten sie, auch ich, dass es bereits begonnen hatte. Die Bomben regneten eines Nachts über Deutschland, Blitze erhellten das Land. Der Donner der zerstörerischen Macht, einer von Menschenhand geschaffenen Todesklaue, erschütterte die Erde bis ins Mark. Aus den Abgründen zwischen den Sternen fegte ein kühler Luftzug, gefolgt von einer Woge der Zerstörung, die die Menschen in dunklen einsamen Orten erschauern ließ. Ich hatte damals kein Glück, denn ich überlebte. Die Erschütterungen rissen mich aus den Alpträumen. In der Abfolge von Blitzen und Donner am Himmel erkannte ich die drohende Vernichtung. Ich verkroch mich in einer Ecke im Keller und wartete auf die Zerstörung. Die Stille zerfraß mich. Schwarze Schatten legten sich über meinen Körper. Der modrige Geruch längst vergangener Tage lag in der Luft. Entsetzliche Angst stieg in mir hoch. Panik füllte jede Ader in meinem Körper. Bis der Nachtwind an den kleinen Kellerfenstern rüttelte, das Glas barst und ich in Ohnmacht fiel. Als ich in der fürchterlichen Geräuschlosigkeit der ewigen Destruktion erwachte, umgab mich die Finsternis des Todes. Aus Angst mich zu bewegen, blieb ich starr am Boden liegen und beschloss zu warten bis der Osten sich grau färbte. Ich spürte den Wind, der über die Stadt hinwegfegte, weil alles, was zuvor dort gestanden hatte, nun nicht mehr da war. Die Angst vor dem Ersticken oder Verdursten und Verhungern, die Angst vor der Strahlung, der Einsamkeit ersetze hin und wieder die Leere in mir. Irgendwann war nichts mehr zu hören. Nur Stille und Dunkelheit. Ich musste etliche Tage in dieser Höhle verbracht haben, bis sich die Wolken aus Rauch soweit verflüchtigten, dass durch den schmalen Spalt in den herabgestürzten Trümmern eine erkennbare Aufhellung der Außenwelt eintrat. Ich befreite mich aus meinem Verlies, wanderte zwischen den formlosen Fundamenten der Stadt umher, ohne Ziel. Ich traf auf Menschen mit abgetrennten Armen und Beinen, sah zerstückelte und verbrannte Leichen am Wegrand. Die Zerstörung war unerträglich. Ich sehnte mich nach der alten Welt. Wochen vergingen. Ich mied den Kontakt zu den Überlebenden. Des Nachts versteckte ich mich in zerstörten Häusern, schlief in fremden Betten. Ich aß verdorbene Lebensmittel, trank verstrahltes Wasser und spürte mit jedem Tag Veränderungen in meinem Körper. Einen schleichenden Tod, den die Bomben über das Land gesät hatten. Eines Morgens erwachte ich aus einer Folge schrecklicher Träume. Meine Ohren sangen von einem metallischen Klang. Ich sah die Sonne rot am Himmel schimmern, verhangen vom radioaktiven Sturm. Ich kämpfte mich durch die Ruinen und folgte dem rhythmischen Geräusch. Ich entdeckte ein längst verlassenes Zeitungsgeschäft. Die Fenster mit alten Berichten zugeklebt, das Glas darüber gesplittert. Vorsichtig stieg ich über Trümmer, Scherben und Metallreste. Behutsam wischte ich den Staub der letzten Monate von den Scheiben und legte nach und nach die Worte vergangener Tage frei:

„Zwischen Harz IV und Grünpflege“; „28-Jähriger soll Stricher getötet und zerstückelt haben“; „Politiker drängen Schäuble auf Freigabe der RAF-Akten“; „NPD will nach Erfolg in Sachsen auch Stiftungsgeld“; „SPD und CDU fallen in den Umfragen zurück“; „Das große Wahlspezial“. Wir hatten es nicht gesehen, hatten die Anzeichen und Ahnungen nicht beachtet. Auch ich hatte die Hinweise nicht wahrgenommen. Bereits jene Zeilen hatten uns die Richtung gezeigt, in die wir uns damals begaben. Wenige Zentimeter neben der freigelegten Stelle leuchtete ein rotes Zeichen unter der matten Scheibe. Ich wischte den Staub weg und legte das Kreuzsymbol mit winkeligen Enden fei. „NPD gewinnt die Bundestagswahl“; „Die Macht der Rechten, das Volk hat entschieden“; „Deutschland schließt Grenzen“; „Ausstritt aus der EU steht bevor“; „Washington äußert sich besorgt über Entwicklung in Deutschland“ lauteten weitere Überschriften auf den Zeitungsfetzen. Es war bereits zu spät. Die Worte lösten keinerlei Reaktion in mir hervor. Leer und betäubt folgte ich dem metallischen Geräusch. Nach nur wenigen hundert Metern fand ich einen kleinen Platz gefüllt mit Menschen. Zum ersten Mal seit den Bomben überkam mich ein Gefühl von Hoffnung. Ich erkannte den Ursprung der metallenen Laute. Zwei Männer schlugen abwechselnd auf eine Röhre und erzeugten so den Lockruf der Hoffnung. Vor ihnen stand ein hochgewachsener Mann, der wild gestikulierend auf die Versammelten einredete. Ich stellte mich in die letzte Reihe der Masse aus geschundenen Körpern. Offene Wunden umgaben mich. Um mich vor der Ansteckung von Seuchen zu schützen, zerriss ich den Fetzen an meinem Körper und band ihn mir vor den Mund. Gespannt hörte ich den Worten des Redners zu.

„Wir wurden verraten! Diese Säcke in Berlin sitzen sicher und gemütlich in ihren Betonbunkern. Und wir, wir werden hier elend verrecken. Das werden wir nicht zulassen. Wir werden zu ihnen gehen, werden sie heimsuchen und sie ausräuchern, in die Bunker eindringen und jedem Einzelnen das Genick brechen. Sie haben uns Arbeit versprochen, ein besseres Leben. Und was haben wir bekommen? Die Apokalypse haben sie über uns gebracht. Lasst uns gemeinsam nach Berlin ziehen, lasst uns Rache an dem Verrat üben und der Welt zeigen, dass wir leben! Die Geschichte hat uns gezeigt, nein, gelehrt, dass wir einer unerfahrenen Gruppe radikaler Idioten nicht vertrauen dürfen, dass wir keiner einzelnen Person die Macht über das Land geben dürfen, dass wir den großen Industriellen Einhalt gebieten müssen. Unsere Vorfahren haben den Fehler 1933 gemacht. Wir haben den Fehler heute wiederholt. Es ist an der Zeit, dass wir dem einen Riegel vorschieben, dass wir umdenken, unsere Kinder neu erziehen und ihnen bessere Werte mitgeben, dass wir uns aus dem Chaos erlösen, dass wir einen Kampf führen, einen Kampf gegen unseren inneren Schweinehund und gegen die Schweinehunde, die uns dies angetan haben. Wir alle tragen Schuld an dem Ausmaß der Katastrophe, denn wir haben den Nationalsozialismus an die Macht gelassen, haben seinen Politikern freie Hand gegeben, haben uns nicht gegen sie aufgelehnt, als sie begannen Gesetze zu ändern, als sie unsere Freiheit einschränkten, als sie machthungrig nach neuen Ländern greifen wollten. Dachtet ihr wirklich, dass die Welt sich das ein zweites Mal ansieht, dachtet ihr wirklich, dass Deutschland ein weiteres Mal einen Hitler tragen kann? Es wird Zeit, uns gegen sie aufzulehnen, die Trümmer unserer Geschichte endlich zu beseitigen und alles was mit ihr zusammenhängt zu vernichten. Unsere Kultur ist ein Scherbenhaufen, eine Müllhalde. Wir müssen diesen Kampf führen, denn wir, wir alle haben diese Situation heraufbeschworen. Wir haben alle Anzeichen ignoriert, haben nichts unternommen, als uns bewusst wurde, was geschehen wird. Sind blind unserer Arbeit nachgegangen, während die restliche Welt einen Schlag gegen uns vorbereitete, um ein Volk bestehend aus Nazis und Feiglingen zu vernichten, als ein Zusammenschluss von Ländern die Ausrottung des Nationalsozialismus plante. Wir haben diesen Angriff provoziert, indem wir erneut auf eine Kraft vertrauten, die größenwahnsinnig eine Unterwerfung der Welt beabsichtigte. Lasst uns aufhören still zu halten. Packen wir´s an. Zeigen wir der Welt, wer wir wirklich sind und vernichten wir unsere Geschichte, schreiben wir sie neu! Auf nach Berlin!“

Ich hegte keinen Groll gegen den Feind, nicht mehr. Sattdessen erfüllte mich das Gefühl verraten worden zu sein. Die Worte des Mannes gaben mir neue Kraft. Zum ersten Mal seit jener Nacht in dem dunklen Keller, keimte das Leben in mir. Wir Menschen brauchen ein Ziel um leben zu können und er, jener wild fuchtelnde, spuckende Redner, gab es mir. Aus Angst vor den Krankheiten des Mobs begann ich die Reise allein. Die quälend lange Reise nach Berlin, einem Berlin in dem ich zu Hoffen glaubte, dass dies der Ort sein könnte, an dem das neue Zeitalter der deutschen Bevölkerung seinen Anfang finden könnte. Ich reiste bei Tag um den nächtlichen Gefahren auszuweichen. Verwilderte Tiere streunten des Nachts durch die Ruinen auf der Suche nach Nahrung.

Heute stehe ich vor den Mauern einer der größten Städte des vergangenen Deutschlands. Nach der quälenden Reise, finde ich mich vor dem Ausmaß der größten Katastrophe in der deutschen Geschichte wieder. Eine unsichtbare Kraft stößt mich bei jedem weiteren Schritt zurück, befiehlt mir, mich von den verstrahlten Mauern fern zu halten. Erschöpft suche ich Schutz vor der Nacht in einer kleinen Kirche. In den vergangenen Monaten änderte sich die Folge der Jahreszeiten. Die Sommerkälte verweilt bereits seit Wochen und ich fühle, wie die Welt aus der Kontrolle der Götter gerät. Im Inneren der Kirche entzünde ich ein kleines Feuer. Zerschlage die Bänke und lege sie auf den Scheiterhaufen. Die Flammen reißen sich um die Nahrung aus altem Zedernholz. Doch vermögen sie nicht die dunklen Ecken des Gotteshauses auszuleuchten. Aus Angst vor den Schatten wache ich am Feuer und sehne mich nach dem schwachen Licht des Tages. Ich spüre die Angst, dass die Schatten mich holen, mein Herz umschließen und es unter ihren Klauen zerdrücken. Draußen wimmern verwilderte Tiere, angezogen vom Licht und der Wärme. Ihre Krallen ziehen tiefe Furchen in das morsche Holz der Eingangstür. Die Krankheit in meinem Körper zersetzt unaufhörlich die Zellstruktur, Wucherungen befallen meine Organe, ich kann sie spüren, kann fühlen, wie sie sich ausbreiten. Sie müssen mein Gehirn angreifen, anders kann ich mir die stetig wachsende Angst nicht erklären. Krampfhaft klammere ich mich an die Worte des Redners, an die einzige Hoffnung auf eine funktionierende Gesellschaft, auf Hilfe. Auf meiner Reise habe ich gehört, dass sie Funksignale aus Berlin empfangen, dass es dort Nahrungsmittel und Medizin gibt. Sie sagen, dass sie die Bunker gestürmt haben, dass wir befreit wurden, befreit von unserem selbst geschaffenen Bösen durch die zerstörerische Kraft einer alliierten Vereinigung der Länder der Welt. Die schwindende Kraft verschlägt mich in einen Dämmerschlaf mit fürchterlichen Träumen. Ich greife nach einem vergehenden Schatten im Morgengrauen, er windet sich in meinen Händen. Ich wirble blind an schrecklichen verrottenden Schöpfungen vorbei, Leichen toter Welten, klaffende Wunden, Verbrennungen und Strahlenschäden. Mein Schrei hallt von den Wänden der Kirche und reißt mich aus dem Alptraum. Das Feuer ist niedergebrannt. Die Kälte tief in meinen Knochen verankert, erwache ich mit der weichenden Dunkelheit. Es ist nur die Hoffnung, die mich daran hindert, den Verstand zu verlieren. Ich muss den Ort der Rettung erreichen.

Ich marschiere los, den ungepflasterten Weg entlang über einen Hügel, zu den Trümmern eines Hauses. In ihnen finde ich ein paar Handvoll irgendeines Getreides, die ich an Ort und Stelle mitsamt dem Staub esse. Ich folge einer Steinmauer, vorbei an den Überresten eines Anwesens hinunter zu einer großen Straße. In der Ferne kann ich die verfaulten Zähne der Innenstadt emporragen sehen. Ich schleppe mich die Straße entlang, vorbei an ausgebrannten Autos, eingestürzten Häusern, verkohlten Bäumen. Je näher ich dem Zentrum komme, desto heftiger wird der Schmerz in meinem Kopf. Als die Straße eine Biegung macht, verlasse ich sie und bahne mir einen Weg durch die Trümmer, immer den Blick auf die Hochhäuser im Zentrum gerichtet. Als ich ein oder zwei Querstraßen weiter gerade über eine Steinmauer klettern will, sehe ich etwas aus den Augenwickeln. Eine kleine Gruppe aufrecht gehender Wesen patrouilliert die Straße entlang. Wesen mit riesigen Köpfen. Angsterfüllt lege ich mich hinter die Mauer. Mein Verstand muss mir einen Streich spielen. Geräuschlos schiebe ich mich an den Rand der Wand, ein kleiner Spalt gibt mir die Sicht auf eine unbekannte Lebensform frei. Als sie näher kommen, erkenne ich Menschen mit Helmen, die Gesichter hinter Masken verborgen. Erleichtert will ich mich gerade zu erkennen geben, als ich am gegenüberliegenden Gebäude einen leblosen Körper baumeln sehe. Aufgehängt an seinen eigenen Innereien. An der Wand hinter ihm das Zeichen der Vernichtung, das Hakenkreuz mit seinem Blut verschmiert. Die Maskierten tragen schwere Waffen. Ich höre sie in einer mir unbekannten Sprache reden, höre sie beim Anblick des Gehängten lachen. Die Schritte verhallen in der Ferne. Mir fehlt die Kraft zum Denken, einzig ein ungutes Gefühl breitet sich in mir aus. Mahnt mich zur Vorsicht. Mein Weg führt mich vorbei an der im Wind baumelnden Leiche durch einen Tunnel, geschaffen aus eingestürzten Häusern, hinüber auf einen kleinen Platz. In dessen Mitte steht ein Turm. Verwundert über die Erhaltung dieses fast monumentalen Gebäudes, überquere ich das schwarze Pflaster und begebe mich in sein Inneres. Endlose Stiegen führen hinauf. Oben angekommen hocke ich mich hinter die niedrige Mauer. Der Aufstieg hat mich die letzte Kraft gekostet und ich falle in einen tiefen traumlosen Schlaf. Als ich am späten Nachmittag erwache, wage ich einen Blick über die Trümmer der Stadt. Ich blicke die Straße entlang, auf der ich gekommen war und sehe sie. In Viererreihen tauchen sie hinter der Kurve auf. Angeführt von einem hochgewachsenen Mann schleppen sie sich in Richtung Zentrum. Ich erkenne die beiden Männer mit den Metallstangen. Neben ihnen tauchen Schatten in den Trümmern auf. Wabernde Nebel des Hasses. Sie schleichen in Stellung. Erst ein einzelner Schuss, dann die Welle des Todes. Steif vor Entsetzen kann ich den Blick nicht abwenden. Einer nach dem Anderen fallen die verkümmerten Seelen, geschundenen Körper, die Rebellen der Hoffnung den Kugeln zum Opfer. Panisch versuchen sie zu fliehen, schreien, werfen sich in die Asche, die Hände schützend über den Kopf, als könnten sie mit ihnen die Geschosse der Vernichtung abhalten. Nur Minuten später ist das Massaker zu Ende. Die Straße ist dunkelrot gefärbt vom Blut, zerfetzte Körper stapeln sich. Aus den Schatten wachsen Männer. Die Fratze des Bösen hinter ihren Masken versteckt. Das Gewehr im Anschlag treten sie auf die Straße, hin zu jenen Menschen, die dem Aufruf des Redners gefolgt sind. All die Strapazen der Reise durch das Ödland, um am Ziel angekommen, wie Vieh abgeschlachtet zu werden. Dem Lockruf des Todes gefolgt, hinein in die Falle der Ausrottung. Vertraut auf die Funksprüche, getrieben von der Hoffnung auf Hilfe und einen Neuanfang. Ich schmiege mich an den Boden, beobachte über meinen Unterarm hinweg, wie die Sonne hinter den Ruinen der Stadt verschwindet. Die Schatten greifen nach mir, die Kälte vertreibt jeden Funken Hoffnung aus meinem Körper. Es gibt keine Rettung, keine funktionierende Gemeinschaft, keine Hilfe. Hier ist nur der Tod, gebracht von der restlichen Welt, die das Übel Deutschland um jeden Preis vernichten, den Nationalsozialismus ausrotten wollte und doch durch das Töten wehrloser Menschen in dieselbe Falle des Hasses gegen eine Nation trat. Die noch nicht gelernt hat, noch nicht lernen konnte, wie wir in den letzten Monaten, dass die Macht niemals in einer Nation liegt. Die noch nicht die Angst vor den Schatten gespürt hat, die noch nicht gefühlt hat, wie die Strahlung den Körper verzehrt. Sie bekämpft einen Feind, der sich selbst geschlagen hat, sie hetzt gegen eine ganze Nation und löscht sie aus ohne zu wissen, dass sie in Zukunft dasselbe Schicksal ereilen wird, weil sie hasst. Wir waren nicht in der Lage, den Wahnsinn einzelner Menschen zu stoppen. Wir haben einen Fehler begangen, wir haben zum zweiten Mal eine Macht erschaffen, die vom Bösen besessen ist und wir haben die Quittung dafür bekommen, haben die ganze Welt gegen uns aufgebracht und sie dazu veranlasst uns zu zerstören. Wir werden alle sterben. Die Gedanken gehen mir aus, die Kälte bringt die Müdigkeit und ich ergebe mich ihr kraftlos, willenlos.

Kay Arnold

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